Texte
(Kapitel 10 - Seite 5 / 6)
Depedenzanalytische Verfahren
Gegenüberstellung der Dependenzmodelle von Partialkorrelation,
multipler Regression und Faktorenanalyse
Bei der Berechnung einer Partialkorrelation wird davon ausgegangen,
daß die Höhe der Korrelation zwischen zwei Variablen zumindest
zu einem Teil durch die Mitwirkung einer oder mehrerer weiterer
Variablen hervorgerufen wird. Die Partialkorrelation schaltet
den Einfluß der dritten Variablen aus, um die 'wahre' Korrelation
zwischen den beiden interessierenden Variablen zu bestimmen. Am
Beispiel läßt sich dieses Modell verdeutlichen:
Festzuhalten ist, daß der Einfluß der Störvariablen auf die Co-Varianz
entscheidend ist; man sagt auch, dieser Einfluß einer dritten
Variablen auf zwei andere werde herauspartialisiert.
In der multiplen Regression gehen wir von einer gleichzeitigen
Wirkung von mehreren Prädiktoren auf ein Kriterium aus. Durch
das Rechenverfahren erhalten wir ß-Gewichte, die uns sagen, welche
der Prädiktoren viel und welche wenig der Varianz des Kriteriums
erklären (oder kausal formuliert: welche einen großen bzw. geringen
Einfluß auf die Kriteriumsvariable haben.)
Anders als im Partialkorrelationsmodell wird die differentielle
Wirkung verschiedener Variablen auf die Varianz einer abhängigen
Variablen untersucht und nicht auf die Co-Varianz zwischen abhängigen
Variablen. Allerdings wird in der multiplen Regressionsanalyse
der 'reine' Einfluß eines jeden Prädiktors auf das Kriterium betrachtet.
Innerhalb der Regressionsanalysen werden also (wie im Modell der
Partialkorrelation) die Einflüse der jeweils anderen Prädiktoren
auf die Beziehung zwischen dem zur Berechnung anstehenden Prädiktor
mit dem Kriterium herauspartialisiert.
In einer Faktorenanalyse nimmt man eine Anzahl gemessener Variablen
und berechnet deren Interkorrelationen. Durch die (theoretischen)
Faktoren (= neue, künstliche Variable) erklärt man das Zustandekommen
der Korrelation zwischen den Variablen. (Wir betrachten hier das
Modell mehrerer gemeinsamer Faktoren; andere Modelle nehmen nicht
ohne weiteres eine solche Dependenzbeziehung zwischen theoretischen
Faktoren und gemessenen Variablen an.) Ähnlich wie im Modell der
Partialkorrelation wird auch in der FA von einem Einfluß auf die
Co-Varianz ausgegangen; die Ausgangsfragestellung bezieht sich
in der FA auf die Strukturierung von Co-Varianzbeziehungen (Korrelationsmatrix).
Im Modell mehrerer gemeinsamer Faktoren wirken - ähnlich wie in
der Regressionsanalyse - mehrere Prädiktoren (hier theoretische
Faktoren) auf jeweils ein Kriterium (hier z.B. Leistung in einer
konkret gemessenen Variablen). Die Prädiktorgewichte heißen jetzt
Ladungszahlen (hier ajk anstatt ßy1.23 . . . m in der Regressionsanalyse).
Ebenso wie in der Regressionsanalyse werden in der FA die einzelnen
Prädiktoren als voneinander unabhängig betrachtet. In der Regressionsanalyse
werden die jeweils anderen Prädiktoreinflüsse herauspartialisiert,
hier wird die Partialisierung sofort vorgenommen, d.h. die theoretischen
Faktoren werden gleich als voneinander unabhängige Größen konstruiert.
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