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Texte
(Kapitel 10 - Seite 4 / 6)
Spezielle Regressionsanalyse
Mit den abschließenden Bemerkungen im vorigen Abschnitt haben
wir bereits auf eine Spezialform der Regressionsanalyse hingewiesen.
Für bestimmte Fragestellungen werden die Prädiktoren schrittweise
in die Analyse mit einbezogen, d.h. es wird erst mit zwei, dann
mit drei, mit vier usw. Prädiktoren gerechnet. Die Auswahl der
Prädiktoren und deren Reihenfolge erfolgt entweder über eine vorherige
theoretische Festlegung durch den Forscher oder nach einem bestimmten
mathematischen Algorithmus. Diese mathematischen Vorschriften
sind so angelegt, daß als nächster Prädiktor immer derjenige ausgewählt
wird, der die multiple Korrelation maximalisiert. Es wird also
jeweils versucht, die gemeinsame Varianz zwischen Kriterium und
Prädiktoren zu maximieren. Solche Rechenprogramme findet man unter
den Begriffen 'WHERRy-DOOLITTLE' oder 'schrittweise (stepwise)
Regressionsanalyse '.
Es gibt dann noch die Möglichkeit, von der Minimierung der Fehlervarianz
- nach der Methode der kleinsten Quadrate - abzuweichen und bestimmte
ß-Gewichte - aufgrund von guter Theorie - a priori in das Regressionsmodell
einzutragen, um dann nur noch das Verhalten der nicht festgelegten
Variablen zu studieren. Ein solches Vorgehen findet man insbesondere
in soziologischer Forschung und dient der empirieunterstützten
Hypothesenbildung. Rechnerisch sind solche Probleme u.a. mit dem
Programmpaket LISREL zu lösen.
Abschließend wollen wir auf die Pfadanalyse verweisen, in der
kompliziertere Regressionsmodelle als die bisher besprochenen
verarbeitet werden. In Pfadmodellen findet man mehrere Kriterien,
auch Kriterien, die für andere Variablen gleichzeitig Prädiktoren
sind. Es können außerdem künstliche, d.h. theoretische oder neukonstruierte
Variablen in ein Pfadmodell eingefügt werden. Rechnerisch stellt
die Pfadanalyse eine Zusammenfassung mehrerer Regressionsanalysen
dar. Verwendet wird sie ebenfalls viel in der Soziologie und der
Sozialpsychologie zur Erstellung von hypothetischen Kausalmodellen,
insbesondere in solchen Forschungsfeldern, in denen ein experimentelles
Vorgehen nicht möglich ist, d.h. manipulative Eingriffe eines
Forschers zum Zweck der Aufhellung von Kausalzusammenhängen unmöglich
sind oder sich verbieten.
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