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(Kapitel 10 - Seite 2 / 6)
multiple Regression
Zur Erläuterung der Formelanwendung wählen wir ein schon fast
historisches Beispiel zur Studienerfolgsforschung von M.A., Predicting
Academic Success; in: J. Educ. Psychol., 4, 1923.
Es wurden gemessen:
y : der Studienerfolg in Gut-Punkten
x1: Die Intelligenz in IQ-Punkten
x2: der häusliche Arbeitsaufwand in Stunden pro Woche
Von Intervallskalenniveau und Normalverteilung ist auszugehen.
Es wurden berechnet:
| Variablen |
Mittelwert |
Standardabw. |
|
(y )
(x1)
(x2) |
18,5
100,6
24,0 |
11,2
15,8
6,0 |
Die Variablen wurden interkorreliert:
|
(x1) |
(x2) |
|
(y )
(x1) |
.60
|
.32
-.35 |
Da wir keine Angaben über die Co-Varianzen besitzen, entscheiden
wir uns, als erstes die ß-Gewichte zu berechnen:
und
Im Rahmen dieser Untersuchung wurde also gezeigt, daß die Testintelligenz
einen größeren Anteil zur Prognose des Studienerfolgs liefert
als die Anzahl der häuslichen Arbeitsstunden pro Woche für das
Studium (wie immer im 2-Prädiktoren-Fall, war das bereits aus
den Einzelkorrelationen ableitbar; allerdings kann es im Größenverhältnis
Verschiebungen geben).
Nun sollen die ß-Gewichte in b-Koeffizienten umgerechnet werden:
und
Diese letzten beiden Ergebnisse werden nun für eine Prognose verwendet.
Man stelle sich einen Studenten i (aus dem Jahre 1923) vor, der
einen IQ von 115 und eine wöchentliche Arbeitsleistung von 19
Stunden hat. Mit Hilfe der Regressionsgleichung können wir eine
Schätzung über seinen Studienerfolg abgeben:
Trotz relativ geringer häuslicher Arbeit kann der Student i noch
mit einem überdurchschnittlich guten Examen rechnen. Über die
b-Koeffizienten der multiplen Regressionsanalyse können also Prognosen
für die Kriteriumsvariable errechnet werden. So könnten z.B. Abitur
und Test gewichtet werden für eine neue Leistungsliste zur Studienzulassung.
Auch solche Ideen hat es in der Hochschulpolitik schon gegeben.
Selbstverständlich sind so entstandene Leistungslisten durchaus
auch problematisch.
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