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(Kapitel 9 - Seite 9 / 10)
punkt-biseriale Korrelation
rp.bis wird berechnet, wenn wir eine intervallskalierte Variable mit
einer echt dichotomen Variablen korrelieren wollen. An folgendem
Beispiel wollen wir das demonstrieren: Wir interessieren uns für
die Autoritätsgläubigkeit von Wählern und Nichtwählern. Wir haben
die Autoritätsgläubigkeit mit Hilfe eines Intervalldaten liefernden
Fragebogens festgestellt; das Wahlverhalten ist eine echte Zweiklassenvariable.
Der Zusammenhang zwischen diesen beiden Variablen muß daher mit
Hilfe des punkt-biserialen Korrelationskoeffizienten berechnet
werden.Dabei bedeuten:
Mittelwert der Meßwerte der invallskalierten p Variablen nur der
Vpn, die in die eine Klasse der dichotomen Variablen fallen.
Mittelwert der Meßwerte der q intervallskalierten Variablen nur
der Vpn, die in die andere Klasse der dichotomen Variablen fallen.
Standardabweichung (Streuung) aller Meßwerte der intervallskalierten
Variablen. Anzahl der Vpn, die in die eine Klasse der dichotomen Variablen
fallen, dividiert durch N (Gesamtzahl der Vpn).
Anzahl der Vpn, die in die andere Klasse der dichotomen Variablen
fallen, dividiert durch N (die Gesamtzahl der Vpn).
Beispielaufgabe: (fiktive Daten)
Von 16 Wahlberechtigten wurde festgestellt, ob sie bei der letzten
politischen Wahl gewählt hatten oder nicht. Von jedem Befragten
lag außerdem das Ergebnis eines Autoritätsfragebogens vor, der
Messwerte von 1 - 5 liefert, wobei 1 = niedrige Ausprägung, 5
= hohe Ausprägung der Variablen bedeutet. Die Daten sind in folgender
Tabelle zusammengestellt:
| Autoritätsgläubigkeit |
Wähler |
Nichtwähler |
Summe |
|
1
2
3
4
5 |
0
1
2
3
4 |
2
2
1
1
0 |
2
3
3
4
4 |
| Summe |
10 |
6 |
16 |
Die Tabelle ist wie folgt zu lesen: Von den 2 Befragten, die den
niedrigsten "Autoritäts"-Meßwert 1 erreichten, waren beide Nichtwähler;
von 3 Befragten mit dem "Autoritäts"-Meßwert 2 waren 2 Nichtwähler,
einer war Wähler usw.
Wir haben nun alle Daten, die wir zum Ausrechnen von rp.bis brauchen:
4
2,17
1,36
10/16 = .625
6/16 = .375
Interpretation (fiktiv):
Es besteht also ein substantieller Zusammenhang zwischen den Variablen
derart, daß Wähler zu höherer Autoritätsgläubigkeit neigen als
Nichtwähler. Auch rp.bis muß absolut, also ohne Vorzeichen interpretiert werden, da dieses
von der Benennung der beiden Klassen mit p und q abhängig ist
(hätten wir die Wählerklasse mit q und die Nichtwähler mit q und
die Nichtwählerklasse mit p bezeichnet, hätte sich rp.bis = -.65 ergeben).
Die oben gemachte Aussage ändert sich dadurch jedoch nicht!
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